14 Dez

Abschluss des Hospizhelferkurses II 2018

 

Die TeilnehmerInnen des aktuellen Ausbildungskurses II 2018 haben sich heute in der Geschäftsstelle Chemnitz gemeinsam mit den Koordinatorinnen und der Vorstandsbeisitzerin Frau Schreiber zusammengefunden, um voller Stolz ihre Abschluss-Zertifikate entgegenzunehmen. Dazu wurden auch kleine Aufmerksamkeiten als Präsente überreicht.

 

Bevor feierlich mit Sekt angestoßen wurde, haben wir uns gemeinsam die Zeit für ein „Blitzlicht“ als Feedback-Runde genommen, da wir stets bemüht sind, Inhalte und alles andere rund um die Ausbildungskurse zu verbessern und weiterzuentwickeln.

 

Insgesamt waren rückblickend alle TeilnehmerInnen sehr zufrieden mit der Hospizhelfer-Ausbildung. Als Gruppe seien in den 4 Monaten des Kurses alle sehr eng zusammengewachsen und haben spannende Ausflüge ins Hospiz und ins Bestattungsinstitut unternommen und ein interessantes Selbsterfahrungswochenende erlebt. Aber nicht nur fachlich haben die TeilnehmerInnen einiges in diesem „intensiven Kurs“ gelernt, auch habe es viel Raum für persönliche Reflektion gegeben und man habe sich nach jedem Kursabend für sein Privatleben etwas mitnehmen können.

Nun werden den „neuen“ Ehrenamtlichen die vertrauten Schulungsabende fehlen, jedoch sind alle schon sehr gespannt, wie es ihnen in ihren ersten Einsätzen als HospizbegleiterIn ergehen wird und was das Vereinsleben noch so an spannenden Erlebnissen und Begegnungen für sie bereit hält.

Mit Getränken, interessanten Gesprächen und weiteren kleinen Präsenten der KursteilnehmerInnen untereinander haben wir den Abend des Kursabschlusses in vertrauter Stimmung ausklingen lassen.

 

Nun wünschen wir allen einen erfolgreichen Einstieg und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen, spätestens zu unserem Neujahrstreffen im Februar 2019.

 

 

06 Dez

Am Anfang des Lebens nimmt die ganze Welt Anteil, warum dann nicht auch am Ende?

Hallo,

da dies mein erster Erfahrungsbericht ist, möchte ich mich freundlicherweise vorher kurz vorstellen: Mein Name ist Nancy Schreiber, ich bin 29 Jahre alt, habe einen Partner und 2 wundervolle Kinder. Ich wohne in Lichtenau und habe dort eine Doppelhaushälfte mit Garten. Durch eine Hirnblutung bin ich vor 5 Jahren zur EU-Rentnerin geworden und kann meiner Arbeit nur noch in Teilzeit nachgehen. Durch diese Krankheit und ihre Folgen hat sich meine Sichtweise auf das Leben verändert und ich musste mich zwangsläufig mit den Themen Krankheit, Behinderung und auch Tod auseinandersetzen.

     Meine Schwester arbeitet bereits seit 2 Jahren ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst DOMUS e.V., welcher sich für unheilbar kranke, sterbende Menschen in Chemnitz und Umgebung einsetzt. Sie hat mir angeboten, sie bei verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Aktivitäten des Vereins zu begleiten, um meine Erfahrungen und Eindrücke dabei für Dritte festzuhalten. Da ich zu den vielen Menschen gehöre, welche noch nicht von diesem Verein und dessen Tätigkeit gehört haben, möchte ich Euch von meinem mit jeder Veranstaltung neu erlangtem Wissen berichten, damit DOMUS zukünftig kein Fremdwort mehr sein wird. Auch soll die Arbeit, die der ambulante Hospizdienst DOMUS e.V. leistet, Interessierten näher gebracht werden. Denn nur wenn ihr wisst, was die fleißigen Helfer machen und wieso sie ihre Freizeit gerne und mit viel Hingabe im Verein DOMUS verbringen, werdet ihr hoffentlich mit jedem Bericht mehr Einblick in ihre Arbeit erlangen und begreifen, warum ihre ehrenamtliche Tätigkeit so ungemein wichtig ist.

 

Mit jeder Geburt folgt irgendwann auch unweigerlich der Tod und niemand möchte diesen letzten Weg alleine gehen müssen…

Es war der 27.11.2018. An diesem Abend würde ich zu meiner ersten Veranstaltung gehen! Der DOMUS e.V. hatte erstmalig alle Freunde, ehrenamtliche „Kollegen“ und auch interessierte „neue Gesichter“ ab 18 Uhr zum gegenseitigen Austausch und zum Kennenlernen eingeladen. Während ich zu Hause noch meine sieben Sachen zusammenpackte, überlegte ich, was mich wohl erwarten würde: Wie wären die Menschen? Wo würde dieses Treffen stattfinden? Würden sie stillschweigen oder weinen? Ich stellte mir eine gedrückte Stimmung vor, aber wie es tatsächlich ablaufen sollte, werde ich bald sehen. Meine Schwester kam mich abholen und wir fuhren gemeinsam zu dem Gemeinschaftstreffen.

     In der Chemnitzer Geschäftsstelle (Leipziger Straße) angekommen, wurden wir herzlich von einer ehrenamtlich tätigen „Kollegin“ empfangen. Meine Schwester kannte sie gut, aber für mich waren sowohl die anwesenden Damen als auch die Geschäftsräume noch Neuland. Jedoch wurde auch ich lächelnd begrüßt. Ich war sofort positiv überrascht, was für eine ruhige, besonnene und wärmende Atmosphäre herrschte. Hinter der Tür linker Hand sah ich einen kleinen gemütlichen Raum, das Büro der leitenden Koordinatorin Kathrin Löffler , mit einem kuscheligen Sitzsessel. Wir gingen den schmalen Flur nach hinten in Richtung der Küche, welche sich rechts befand. Wir traten jedoch linksseitig in einen großen, hellen und freundlichen Raum ein. In der Mitte stand ein sehr großer heller Tisch, welcher liebevoll mit hellgrünen Tischdecken und kleinen Flaschen Mineralwasser gedeckt war. Vor jedem blauen Stuhl befand sich jeweils ein gelbes Platzdeckchen, sodass allein der Tisch mit Stühlen und Deko an Farbenfroheit nicht zu überbieten war. Auch frischer Kaffee, Tee, selbstgebackene Plätzchen, Orangen und einige andere Naschereien standen bereit. In der rechten Ecke befand sich allerlei zum Basteln. Ich bestaunte die vielen unterschiedlichen Stanzer, entdeckte unzählige Papierfarben und -sorten und bewunderte als i-Tüpfelchen die vielen Accessoires wie Schleifchen und Herzchen zum finalen Bekleben der gebastelten Wunderwerke.

     Insgesamt waren elf Frauen verschiedenen Alters der Einladung gefolgt. Einige saßen bereits am Tisch und bastelten fleißig, wobei sich jeder etwas anderes vorgenommen hatte. So wurden munter plaudernd kleine Adventskalender, Engel und Blumen gezaubert. Sie redeten viel über die alltäglichen Dinge, wie zum Beispiel die Kursangebote, Näharbeiten und den bevorstehenden Nikolaus. Aber auch für den Austausch von Erfahrungen im Rahmen der Sterbebegleitungen wurde die Zeit genutzt. Natürlich immer während sie rege weiterbastelten.

     Nachdem ich mir also einen ersten Eindruck machen konnte und den Damen vorgestellt worden war, kam ich auch sogleich ins Gespräch mit einer älteren ehrenamtlichen Sterbebegleiterin. Von ihr hatte ich erfahren, dass sie bereits zweimal an Eierstockkrebs erkrankt war und nun ebenfalls EU-Rentnerin sei. Sie sah die Welt seit ihrer Erkrankung aus einem anderen Winkel. Sie wolle deshalb auch anderen Menschen durch ihre Erfahrungen Trost und Mitgefühl spenden. Sie lese  viele themenbezogene Bücher, hielte kleinere Vorträge und leite eine Selbsthilfegruppe. Sie wirkte gefasst und hätte keine Angst, erneut an Krebs zu erkranken. Sie fühle sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und ihre gute ärztliche Betreuung sicher. Ich war tief beeindruckt, wie selbstverständlich sie mit dem für mich noch so befremdlichen Thema umging. Sie hatte sich auch verständnisvoll meine Leidensgeschichte angehört und mir ihre Bewunderung für mein Durchhaltevermögen ausgedrückt. Ich merkte, wie gut es tat, wenn man Erfahrungen austauschen und sich Rat einholen konnte.

     Als sie sich von mir verabschiedet hatte, blieb ich noch eine Weile sitzen und ließ meinen Blick über das Bücherregal schweifen, in dem Flyer zu verschiedenen Themen wie Patientenverfügungen und Schmerzen bei Krebserkrankungen zu finden waren. Auch Bücher, wie „Interviews mit Sterbenden“ von Elisabeth Kübler-Ross, welche als Begründerin der Sterbeforschung gilt, kann man sich hier zum Lesen ausleihen. Auf dem Bücherregal befanden sich außerdem diverse Kerzen. Alles wirkte so liebevoll drapiert, als ob man zuhause wäre. Ich ließ dieses erstaunlich positive Gefühl eine Weile auf mich wirken, bis gegen 19:30 Uhr Aufbruchsstimmung aufkam und wir uns nach dem gemeinsamen Aufräumen voneinander verabschiedeten.

     Wieder zu Hause angekommen, habe ich den restlichen Abend darüber nachgedacht, mit wieviel Herzblut die Frauen und auch Männer im Verein tätig sind und wie wenig Beachtung diese wichtige Aufgabe findet. Ich persönlich werde gerne meinen Beitrag dazu leisten und helfen, ihre Arbeit mehr in die Öffentlichkeit zu tragen, damit mehr Menschen von ihrer ehrenvollen Aufgabe Kenntnis erlangen und dieses Tabuthema wieder präsenter wird.