16 Mrz

Herzlichen Dank an die richter & heß VERPACKUNGS-SERVICE GmbH

 

„Leider läßt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken“ wusste schon Johann Wolfgang von Goethe, dennoch möchten wir einen solchen Versuch hier zum Zeichen unserer Anerkennung und Erkenntlichkeit unternehmen.

Unseren herzlichsten Dank möchten wir somit nochmals Herrn Hans Ulrich Richter übermitteln.  Gemeinsam mit Frau Elke Vockerodt leitet er die Firma richter & heß VERPACKUNGS-SERVICE GmbH mit Hauptstandort in Chemnitz.

In dieser Woche würdigte Herr Richter unser Engagement in der ambulanten Sterbebegleitung mit einer Spende über 1.000 €. 

Um es mit den Worten von Marie von Ebner-Eschenbach auszudrücken: „Wir sind für nichts so dankbar wie für Dankbarkeit.“ Und so freuen wir uns stets über jede Form der Hilfe, aber auch der damit zum Ausdruck gebrachten Anerkennung gegenüber unserem Verein und der Arbeit, die unsere Haupt- und Ehrenamtlichen vollbringen.

17 Feb

Schlemmender Austausch zum Neujahrstreffen 2019

Als frischgebackenes Vereinsmitglied fühlte ich mich besonders geehrt, als ich eine Einladung zum Neujahrsbrunch für den 9. Februar 2019 erhielt. Dass ich neben dem neuen Vorstand und allen ehrenamtlichen Hospizbegleitern und -begleiterinnen an einem Tisch sitzen durfte, zeigte mir, dass alle Vereinsmitglieder gleichwertig behandelt werden. Wir sind wie eine Kette: Da ist der einfache Berichterstatter ein genauso wichtiges (Mit-)Glied wie der Vorstand. Und nur wenn jeder seinen Beitrag leistet, können wir stark sein und Großes bewirken – alle zusammen als eine Einheit. Gespannt wartete ich also auf den großen Tag und freute mich auf das, was auf mich zukommen würde…

 

Am Tag der Veranstaltung traf ich die ersten Gäste bereits vor der Tür des Hotels “Röhrsdorfer Hof“. Auch hier wurden wir herzlich begrüßt. Wir staunten nicht schlecht, als wir das Einkehrhaus betraten. Das anfangs von außen als eher Standard eingestufte Hotel entpuppte sich von innen als ein einwandfreies Gästehaus mit allem, was man sich nur wünschen kann! Schon am Eingang wies uns ein Schild mit unserem Vereinsnamen sicher den Weg bis zum Veranstaltungsort. Als wir eintraten, übertraf dieser sehr große Raum bei weitem alle Erwartungen: Der Saal war komplett in weiß gehüllt, von den vier langen Tafeln mit den Stoffservietten, über die Stühle, bis hin zu dem benachbarten Bankettzimmer, wo wir uns im Laufe des Tages immer wieder am Buffet bedienen durften. Ich hatte des schicken Ambiente wegen den Eindruck, auf einer Hochzeit gelandet zu sein und wartete somit nur darauf, dass noch eine Braut mit einem Blumenstrauß in der Hand den Raum betreten würde. Doch diese Festlichkeit war nur für uns gedacht. Der ganze Aufwand und die prächtige Dekoration bis ins kleinste Detail wurde ausschließlich für uns arrangiert.

 

Nachdem wir alle persönlich begrüßt hatten, suchten wir uns einen Platz. Darauf sitzend konnte ich einfach nicht aufhören, alles zu bewundern. Allein die Anzahl der Gläser war beachtlich. Neben dem Sekt- und Weinglas, stand zusätzlich noch eine Kaffee- bzw. Teetasse und ein Glas für Wasser auf dem Tisch. Ich fragte mich, für was man so viele verschiedene Behältnisse brauchte. Die Antwort fand ich in der Getränkekarte, welche natürlich wieder nur für den DOMUS e.V. gemacht worden war. Auf dem Cover wurden wir sowohl mit Namen des Vereins als auch dem Grund der Festlichkeit benannt. Zusätzlich war eine Speisekarte für uns auf jedem der vier langen Tische akkurat platziert.

 

Die Veranstaltung eröffnete die Vorstandsvorsitzende, Susanne Schaper, mit einer Begrüßung der Anwesenden und einigen Worten zum Ablauf unserer Zusammenkunft. Sie erzählte uns, was wir in den letzten Jahren schon vieles geschafft haben und dass wir all das nur durch unsere fleißigen Vereinsmitglieder erreichen konnten. Dieses Neujahrsbrunch soll deshalb auch ein Dankeschön für die unermüdliche Arbeit sein und als Einstieg für ein weiteres Jahr voller Engagement dienen. Dieses Treffen ermöglichte es dem neu gewählten Vorstand außerdem, den Großteil der ehrenamtlichen Hospizbegleiter gebündelt anzutreffen und neue Gesichter kennenzulernen. Nach der schönen Rede stießen wir gemeinsam mit einem Glas Sekt an und das Wort wurde an die Vorstandsbeisitzende Sally Schreiber übergeben, die einen kurzen Vortrag über die Statistik 2016 bis 2018 vorbereitet hatte. Sie gab uns nicht nur einen Einblick in die Entwicklung unseres Vereins während der letzten drei Jahre, sondern erörterte mittels Zahlen auch den Status Quo des Vereins innerhalb Sachsens. Hier müssen wir uns nicht verstecken, denn unsere Tätigkeit, in Zahlen gemessen, kann sich durchaus sehen lassen.

 

Nach einem leckeren ersten Rundgang am köstlichen Frühstücksbuffet und mit gefüllten und zufriedenen Bäuchen konnten wir motiviert in die Praxis übergehen. Im Rahmen des nun folgenden Workshops, konnte sich jeder an einen von drei Tischen begeben, um verschiedene Themen, die unseren Verein und seine Ehrenamtlichen beschäftigen, konstruktiv zu diskutieren und Ideen zu sammeln. An einem ersten Tisch moderierten Daniela Figula und Kathrin Löffler zusammen mit den Ehrenamtlichen alles rund um die Arbeit im Ehrenamt und was man vom Verein erwarte. An einem zweiten Tisch sammelten Sally Schreiber und Cornelia Löbel Ideen und Verbesserungsvorschläge zu den Themen Weiterbildung, Supervision und Rufbereitschaft. Am dritten Tisch von Frau Dr. Jäger und Kati Richter wurde sich über Erfahrungen und Probleme in den Sterbebegleitungen ausgetauscht. Ich hatte mich für den zweiten Tisch entschieden. Hier diskutierten wir rege sowohl über mehr Möglichkeiten und Angebote zum freien Austausch der Ehrenamtlichen untereinander, bspw. in Kreativabenden oder über einen Stammtisch, als auch über den angemessenen Umgang mit Suizidäußerungen. Spannende Erfahrungen wurden in diesem Zusammenhang immer wieder mit eingebracht, was das Ganze auch praxisnah gestaltete.

Mitten in der Diskussion kam eine ältere Dame dazu. Während die Anderen den Stellenwert von Psychohygiene erörterten, nutzte ich diese Zeit, um mit ihr ins Gespräch zu kommen. Auf meine Frage, wie lange und warum sie Hospizbegleiterin sei, erzählte sie mir, dass sie seit vielen Jahren in diesem Verein tätig wäre, genau wie ihr kranker Sohn. Sie sei der Meinung, dass jeder Sterbende eine Hand brauche, die er halten könne. Ihr Engagement sei jedoch nicht völlig uneigennützig – schließlich wünsche sie sich, wenn sie an der Reihe sei, auch eine liebevolle Hand zur Seite. Sie sagte mir weiter, dass laut Gesetz jeder einen Anspruch auf eine solche Begleitung und Betreuung habe, es aber nur niemand wüsste. Ich persönlich empfinde diese Aussage von ihr keineswegs als einen egoistischen Gedanken, weil das Ableben in Begleitung viel einfacher und ruhiger verläuft. Ich finde, dass der Tod zwar ein sehr trauriger, aber angenehmer Weggang sein kann, wenn man diesen letzten Weg nicht allein gehen muss. Darum ist es auch so gut und wichtig, dass sich der ambulante Hospizdienst DOMUS e.V. mit Herz und Seele dafür einsetzt.

Nach dem höchsteffizienten Brainstorming während des Workshops nahmen alle wieder ihre Plätze ein und fassten für die jeweils anderen noch einmal alles Wesentliche kurz zusammen. Susanne Schaper und die anderen Vorstandsmitglieder bedankten sich für so viel offene und konstruktive Kritik und kündigten an, sich mit den gesammelten Ideen während der nächsten Vorstandssitzung auseinanderzusetzen, damit diese auch zeitnah in die Tat umgesetzt werden können. Bestens informiert und voll mit Anregungen und Vorschlägen schlossen wir das Ganze mit einem Mittagsbuffet ab. Beim genüsslichen Essen saß ich neben einer netten Dame, mit welcher ich während des Schlemmens ein interessantes Gespräch führte. Sie berichtete mir, dass sie seit 2005 hier ehrenamtlich aktiv wäre, da sie bereits viele Angehörige gepflegt habe. Sie sei schon EU-Rentnerin, da sie erst an Fibromyalgie erkrankt sei und später noch an einem aggressiven bösartigen Brustkrebs gelitten habe. Bereits 16 Chemotherapien und Bestrahlungen habe sie hinter sich. Ich hörte gespannt zu und konnte nicht fassen, wieviel Kraft diese Frau trotz ihrer schweren Erkrankungen aufbringen kann, um sich trotzdem weiterhin um sterbenskranke Menschen zu kümmern. Ich bin sehr beeindruckt und ziehe meinen Hut vor so viel Uneigennützigkeit. Viele zerbrechen bereits an einer Krankheit, doch sie schafft es trotz ihrer Mehrfacherkrankung viel für die Menschen da zu sein, denen es noch schlechter geht. Nach reichlich Gedankenaustausch und einigen Runden am Buffet fuhren wir wieder nach Hause, doch in Gedanken war ich immer noch in diesem Hotel, an diesem Tisch mit dieser Frau. Wenn doch alle so herzlich und selbstlos wären wie diese Dame, dann wäre das Ziel unseres Vereins erreicht und die Welt wäre wieder offener für ein solch empfindliches Tabuthema.

15 Dez

Spendensammlung auf dem Weihnachtsmarkt in Sachsenburg/Irbersdorf

Was wir nicht alles auf uns nehmen für unseren Verein…!

am 15. Dezember haben die leitende Koordinatorin Kathrin Löffler und die Vorstandsbeisitzende Sally Schreiber, sich auf den Weg nach Irbersdorf bei Sachsenburg begeben.

Hier haben zwei sehr engagierte Herren vom Verein Club Sachsenburg/Irbersdorf, Tobias und Steven, zum wiederholten Male einen Weihnachtsmarkt abgehalten, bei dem es neben verschiedenen Leckereien und Ponyreiten auch eine Tombola und eine Versteigerung gab. Der Erlös der beiden zuletzt Genannten kam anschließend unserem Verein zu Gute.

 

So wurde uns auf der Bühne dann feierlich ein Scheck über 900€ überreicht, für den wir so so dankbar sind! Allen Anwesenden in Irbersdorf auch über diesen Weg nochmals vielen lieben Dank! Ohne die Gelder aus Spenden wären uns die Ausbildung der Hospizhelfer oder das Anbieten der sehr wichtigen Supervisionen und so viel mehr gar nicht möglich.

Mittlerweile sind  unsere Glieder wieder aufgetaut, aber kein Weihnachtsmarkt ist uns zu kalt und kein Weg zu weit, wenn er unserem Verein zu Gute kommt.

Hier geht es zum FreiePresse-Artikel

14 Dez

Abschluss des Hospizhelferkurses II 2018

 

Die TeilnehmerInnen des aktuellen Ausbildungskurses II 2018 haben sich heute in der Geschäftsstelle Chemnitz gemeinsam mit den Koordinatorinnen und der Vorstandsbeisitzerin Frau Schreiber zusammengefunden, um voller Stolz ihre Abschluss-Zertifikate entgegenzunehmen. Dazu wurden auch kleine Aufmerksamkeiten als Präsente überreicht.

 

Bevor feierlich mit Sekt angestoßen wurde, haben wir uns gemeinsam die Zeit für ein „Blitzlicht“ als Feedback-Runde genommen, da wir stets bemüht sind, Inhalte und alles andere rund um die Ausbildungskurse zu verbessern und weiterzuentwickeln.

 

Insgesamt waren rückblickend alle TeilnehmerInnen sehr zufrieden mit der Hospizhelfer-Ausbildung. Als Gruppe seien in den 4 Monaten des Kurses alle sehr eng zusammengewachsen und haben spannende Ausflüge ins Hospiz und ins Bestattungsinstitut unternommen und ein interessantes Selbsterfahrungswochenende erlebt. Aber nicht nur fachlich haben die TeilnehmerInnen einiges in diesem „intensiven Kurs“ gelernt, auch habe es viel Raum für persönliche Reflektion gegeben und man habe sich nach jedem Kursabend für sein Privatleben etwas mitnehmen können.

Nun werden den „neuen“ Ehrenamtlichen die vertrauten Schulungsabende fehlen, jedoch sind alle schon sehr gespannt, wie es ihnen in ihren ersten Einsätzen als HospizbegleiterIn ergehen wird und was das Vereinsleben noch so an spannenden Erlebnissen und Begegnungen für sie bereit hält.

Mit Getränken, interessanten Gesprächen und weiteren kleinen Präsenten der KursteilnehmerInnen untereinander haben wir den Abend des Kursabschlusses in vertrauter Stimmung ausklingen lassen.

 

Nun wünschen wir allen einen erfolgreichen Einstieg und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen, spätestens zu unserem Neujahrstreffen im Februar 2019.

 

 

07 Dez

Weihnachtsfeier 2018

Hach war das ein schöner Abend…!

 

Zum Nikolaustag haben sich die ehrenamtlich tätigen Sterbebegleiter von Domus e.V. zur gemeinsamen Weihnachtsfeier eingefunden.

 

Das Neue diesmal: sowohl die Ehrenamtlichen der Geschäftsstelle Chemnitz, als auch die der Geschäftsstelle Mittweida haben den heutigen Abend gemeinsam gefeiert. Dank Kathrin Löfflers toller Idee, die Platzvergabe zu verlosen, haben wir viele neue Bekanntschaften untereinander schließen können. So sollen die Geschäftsstellen beider Städte näher zusammenrücken.


Auch durften wir die „Neuen“ begrüßen und kennen lernen, welche im Sommer diesen Jahres ihre Weiterbildung zu ehrenamtlichen ambulanten Sterbebegleitern beendet haben und jene, die dies nächsten Freitag tun werden.

Einen großen Dank haben wir außerdem an unsere langjährige Koordinatorin Frau Margit Jentzsch gerichtet und sie unter gebührendem Applaus und Standing Ovations in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet.

 

Überrascht wurden wir erwachsenen Kinder dann alle vom Weihnachtsmann, der uns für unser Engagement dankte. Die neue Vorstandsvorsitzende Susanne Schaper (links) und die langjährige leitende Koordinatorin Kathrin Löffler (rechts) durften dem Weihnachtsmann dabei behilflich sein, kleine Präsente an jeden Ehrenamtlichen zu verteilen. 

 

 

 

 

Einer unserer langjährigen Ehrenamtlichen hat sich außerdem spontan dazu entschieden, die Menge mit einigen Liedern auf seiner Gitarre zu unterhalten.

 

Allen fleißigen ehrenamtlichen Helfern wollen wir auf diesem Weg nochmals von ganzem Herzen für ihr Engagement danken!

Wir, das Team von Domus e.V., wünschen euch und euren Familien eine besinnliche Weihnachtszeit!

06 Dez

Am Anfang des Lebens nimmt die ganze Welt Anteil, warum dann nicht auch am Ende?

Hallo,

da dies mein erster Erfahrungsbericht ist, möchte ich mich freundlicherweise vorher kurz vorstellen: Mein Name ist Nancy Schreiber, ich bin 29 Jahre alt, habe einen Partner und 2 wundervolle Kinder. Ich wohne in Lichtenau und habe dort eine Doppelhaushälfte mit Garten. Durch eine Hirnblutung bin ich vor 5 Jahren zur EU-Rentnerin geworden und kann meiner Arbeit nur noch in Teilzeit nachgehen. Durch diese Krankheit und ihre Folgen hat sich meine Sichtweise auf das Leben verändert und ich musste mich zwangsläufig mit den Themen Krankheit, Behinderung und auch Tod auseinandersetzen.

     Meine Schwester arbeitet bereits seit 2 Jahren ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst DOMUS e.V., welcher sich für unheilbar kranke, sterbende Menschen in Chemnitz und Umgebung einsetzt. Sie hat mir angeboten, sie bei verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Aktivitäten des Vereins zu begleiten, um meine Erfahrungen und Eindrücke dabei für Dritte festzuhalten. Da ich zu den vielen Menschen gehöre, welche noch nicht von diesem Verein und dessen Tätigkeit gehört haben, möchte ich Euch von meinem mit jeder Veranstaltung neu erlangtem Wissen berichten, damit DOMUS zukünftig kein Fremdwort mehr sein wird. Auch soll die Arbeit, die der ambulante Hospizdienst DOMUS e.V. leistet, Interessierten näher gebracht werden. Denn nur wenn ihr wisst, was die fleißigen Helfer machen und wieso sie ihre Freizeit gerne und mit viel Hingabe im Verein DOMUS verbringen, werdet ihr hoffentlich mit jedem Bericht mehr Einblick in ihre Arbeit erlangen und begreifen, warum ihre ehrenamtliche Tätigkeit so ungemein wichtig ist.

 

Mit jeder Geburt folgt irgendwann auch unweigerlich der Tod und niemand möchte diesen letzten Weg alleine gehen müssen…

Es war der 27.11.2018. An diesem Abend würde ich zu meiner ersten Veranstaltung gehen! Der DOMUS e.V. hatte erstmalig alle Freunde, ehrenamtliche „Kollegen“ und auch interessierte „neue Gesichter“ ab 18 Uhr zum gegenseitigen Austausch und zum Kennenlernen eingeladen. Während ich zu Hause noch meine sieben Sachen zusammenpackte, überlegte ich, was mich wohl erwarten würde: Wie wären die Menschen? Wo würde dieses Treffen stattfinden? Würden sie stillschweigen oder weinen? Ich stellte mir eine gedrückte Stimmung vor, aber wie es tatsächlich ablaufen sollte, werde ich bald sehen. Meine Schwester kam mich abholen und wir fuhren gemeinsam zu dem Gemeinschaftstreffen.

     In der Chemnitzer Geschäftsstelle (Leipziger Straße) angekommen, wurden wir herzlich von einer ehrenamtlich tätigen „Kollegin“ empfangen. Meine Schwester kannte sie gut, aber für mich waren sowohl die anwesenden Damen als auch die Geschäftsräume noch Neuland. Jedoch wurde auch ich lächelnd begrüßt. Ich war sofort positiv überrascht, was für eine ruhige, besonnene und wärmende Atmosphäre herrschte. Hinter der Tür linker Hand sah ich einen kleinen gemütlichen Raum, das Büro der leitenden Koordinatorin Kathrin Löffler , mit einem kuscheligen Sitzsessel. Wir gingen den schmalen Flur nach hinten in Richtung der Küche, welche sich rechts befand. Wir traten jedoch linksseitig in einen großen, hellen und freundlichen Raum ein. In der Mitte stand ein sehr großer heller Tisch, welcher liebevoll mit hellgrünen Tischdecken und kleinen Flaschen Mineralwasser gedeckt war. Vor jedem blauen Stuhl befand sich jeweils ein gelbes Platzdeckchen, sodass allein der Tisch mit Stühlen und Deko an Farbenfroheit nicht zu überbieten war. Auch frischer Kaffee, Tee, selbstgebackene Plätzchen, Orangen und einige andere Naschereien standen bereit. In der rechten Ecke befand sich allerlei zum Basteln. Ich bestaunte die vielen unterschiedlichen Stanzer, entdeckte unzählige Papierfarben und -sorten und bewunderte als i-Tüpfelchen die vielen Accessoires wie Schleifchen und Herzchen zum finalen Bekleben der gebastelten Wunderwerke.

     Insgesamt waren elf Frauen verschiedenen Alters der Einladung gefolgt. Einige saßen bereits am Tisch und bastelten fleißig, wobei sich jeder etwas anderes vorgenommen hatte. So wurden munter plaudernd kleine Adventskalender, Engel und Blumen gezaubert. Sie redeten viel über die alltäglichen Dinge, wie zum Beispiel die Kursangebote, Näharbeiten und den bevorstehenden Nikolaus. Aber auch für den Austausch von Erfahrungen im Rahmen der Sterbebegleitungen wurde die Zeit genutzt. Natürlich immer während sie rege weiterbastelten.

     Nachdem ich mir also einen ersten Eindruck machen konnte und den Damen vorgestellt worden war, kam ich auch sogleich ins Gespräch mit einer älteren ehrenamtlichen Sterbebegleiterin. Von ihr hatte ich erfahren, dass sie bereits zweimal an Eierstockkrebs erkrankt war und nun ebenfalls EU-Rentnerin sei. Sie sah die Welt seit ihrer Erkrankung aus einem anderen Winkel. Sie wolle deshalb auch anderen Menschen durch ihre Erfahrungen Trost und Mitgefühl spenden. Sie lese  viele themenbezogene Bücher, hielte kleinere Vorträge und leite eine Selbsthilfegruppe. Sie wirkte gefasst und hätte keine Angst, erneut an Krebs zu erkranken. Sie fühle sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und ihre gute ärztliche Betreuung sicher. Ich war tief beeindruckt, wie selbstverständlich sie mit dem für mich noch so befremdlichen Thema umging. Sie hatte sich auch verständnisvoll meine Leidensgeschichte angehört und mir ihre Bewunderung für mein Durchhaltevermögen ausgedrückt. Ich merkte, wie gut es tat, wenn man Erfahrungen austauschen und sich Rat einholen konnte.

     Als sie sich von mir verabschiedet hatte, blieb ich noch eine Weile sitzen und ließ meinen Blick über das Bücherregal schweifen, in dem Flyer zu verschiedenen Themen wie Patientenverfügungen und Schmerzen bei Krebserkrankungen zu finden waren. Auch Bücher, wie „Interviews mit Sterbenden“ von Elisabeth Kübler-Ross, welche als Begründerin der Sterbeforschung gilt, kann man sich hier zum Lesen ausleihen. Auf dem Bücherregal befanden sich außerdem diverse Kerzen. Alles wirkte so liebevoll drapiert, als ob man zuhause wäre. Ich ließ dieses erstaunlich positive Gefühl eine Weile auf mich wirken, bis gegen 19:30 Uhr Aufbruchsstimmung aufkam und wir uns nach dem gemeinsamen Aufräumen voneinander verabschiedeten.

     Wieder zu Hause angekommen, habe ich den restlichen Abend darüber nachgedacht, mit wieviel Herzblut die Frauen und auch Männer im Verein tätig sind und wie wenig Beachtung diese wichtige Aufgabe findet. Ich persönlich werde gerne meinen Beitrag dazu leisten und helfen, ihre Arbeit mehr in die Öffentlichkeit zu tragen, damit mehr Menschen von ihrer ehrenvollen Aufgabe Kenntnis erlangen und dieses Tabuthema wieder präsenter wird.

23 Okt

Die neue Webseite

 

Den letzten Weg gemeinsam gehen…

“Geh nicht vor mir her –ich könnte dir nicht folgen, denn ich suche meinen eigenen Weg.

Geh nicht hinter mir her – ich bin gewiss kein Leiter.

Bitte bleib an meiner Seite -und sei nichts als ein Freund und – mein Begleiter.”

(Albert Camus)

Wenn ein Mensch an das Ende seines Lebensweges kommt, ist es für ihn selbst und für alle, die ihm nahestehen, eine besondere Zeit.

Sehr oft ist es auch eine besonders schwierige Zeit.

Wir möchten Sie dabei mit unseren Kräften unterstützen, diese Zeit zu gestalten.

Wir möchten Sie ermutigen, sich mit den Themen von Sterben, Tod und Abschied zu befassen. Wir möchten einen Raum bieten, in dem dies gemeinsam geschieht.

Daraus kann dann Kraft und Zuversicht wachsen.